At Work with Violet Moon

Der musikalische Schaffensprozess und alles was damit verbunden ist verschließt sich zumeist vor einem Einblick von außen – vor allem, wenn es sich bei den Schaffenden weder um Stars noch um Berufsmusiker handelt. Was letztlich von der Musik, wenn überhaupt, nach außen dringt, sind mehr oder minder professionell aufgenommene Tonträger, die zumeist in geringerer Stückzahl über diverse Mailorder oder direkt auf Konzerten erstanden werden können. Noch essentieller ist natürlich die Darbietung des eigenen Schaffens auf Konzerten, die sich nicht selten innerhalb eines recht überschaubaren Rahmens abspielen. Das alles ist verbunden mit viel Aufwand, Herzblut und Frustration, mit allerlei Problemen, die mit dem naiven Bild musikalischen Schaffens, das die Medien vermitteln, nur wenig gemein haben.

Und darum geht es schließlich in meinem Film; eben um all das, was nicht offensichtlich zu sehen ist, ja was dem Rezipienten selbst auf Konzerten verschlossen bleibt. Es geht also um die Gratwanderung zwischen Alltag und Passion, die von den Bandmitgliedern immer wieder aufs Neue vollzogen wird.

Als Gegenstand zur Veranschaulichung habe ich die Death Metal-Band Violet Moon gewählt. Dabei zeigt die Wahl dieses Nischengenres nicht nur, welche Vielfalt die Musikszene bereithält, sie verdeutlicht auch den Aspekt der Leidenschaft, findet hier doch ein hohes Maß an Aufopferung für im Grunde wenig massenkompatible Musik statt. Zudem kann auf diesem Wege mit Vorurteilen aufgeräumt werden: Beispielsweise wird sich herausstellen, dass der altbekannte Slogan „Sex, Drugs and Rock'n Roll“ nicht mehr zeitgemäß ist. Auch der immer wieder aufkommende und insbesondere an dieses Genre adressierte Vorwurf, diese Musik sei doch nur Krach, wird letztlich nicht mehr haltbar sein.

Auch wenn sich der Film einzig auf Violet Moon konzentriert, wird das Endprodukt kein Portrait eben dieser Band sein. Denn, wie gesagt, es geht darum, zu zeigen, wie viel Zeit, Energie und Geld hier von jedem Mitglied in die Musik bzw. die persönliche Leidenschaft investiert wird.

Produktionsinformationen zu At Work with Violet Moon:

 

Idee, Regie, Produktion und Schnitt: Thorsten Singer

Kameraleitung: Markus Reichel

 

Gruppe A

Kamera: Markus Reichel und Tibor Baumann

Kameraassistenz: Thorsten Singer

Tonaufnahme: Bernhard Beer

 

Gruppe B

Kamera und Ton: Markus Reichel

Sämtliche Assistenzen: Sonja Weber

 

Dauer: ca. 47 Minuten

Status: abgeschlossen

 

Copyright: Thorsten Singer 2012

Tut weh, schmeckt nicht,
man kann's kaum schlucken;
schmeckt bitter, schmeckt nach Blut,
aber nach den Tränen ist der Blick klar.